„No Pain, no Change“ – wo kein Druck, da selten Veränderung. Niemand verkauft sein Haus aus Langeweile, kein Unternehmen tauscht ein funktionierendes IT-System einfach so aus.
Veränderung braucht einen Auslöser.
Für Empfehlungsmarketing sind genau diese Auslöser spannend. Empfehlungstrigger sind Ereignisse, Entscheidungen oder Veränderungen, bei denen Bedarf für Deine Leistung entsteht. Wer sie kennt, wird für andere leichter erkennbar – und damit leichter empfehlbar.
Das Thema ist strategischer, als es zunächst aussieht. Empfehlungstrigger sind keine „15 Minuten ausfüllen und fettich“-Übung, sondern etwas, das Unternehmer immer wieder überprüfen sollten.
Was löst Bedarf für mein Angebot aus?
Beginne nicht bei Deinem Produkt, sondern beim Kunden.
Was passiert in seinem Leben oder Unternehmen, bevor er Deine Leistung braucht?
Typische Trigger sind akute Probleme wie IT-Ausfälle, Wasserschäden oder Rechtsstreitigkeiten. Es können aber auch Veränderungen sein: Umzug, Wachstum, Nachfolge, Hochzeit, Geburt eines Kindes. Auch neue Gesetze, auslaufende Verträge, unzufriedene Kundenbeziehungen oder neue Ziele können Bedarf auslösen.
Dasselbe Angebot kann dabei völlig unterschiedliche Trigger haben. Ein Immobilienmakler kann relevant werden, weil ein Paar Zwillinge erwartet – oder weil es sich scheiden lässt.
Gleiche Leistung, völlig anderes Drama.
Wer bekommt das oft früher mit als ich?
Jetzt wird es fürs Netzwerken interessant.
Oft erfahren andere Menschen früher als Du, dass sich etwas verändert. Ein Makler hört vielleicht erst dann vom Hausverkauf, wenn aktiv verkauft werden soll. Ein Scheidungsanwalt, Steuerberater oder Finanzberater wusste womöglich schon vorher, dass Bewegung in die Sache kommt.
Frage Dich deshalb:
Wer bekommt diesen Anlass typischerweise vor mir mit?
Dort liegen oft Deine wertvollsten Empfehlungspartner.
Welche Berufe gehören in mein direktes Empfehlungsumfeld?
Aus Triggern lassen sich konkrete Netzwerkentscheidungen ableiten.
Ein Fotograf für Unternehmenskommunikation kann etwa stark mit Personalberatern, Werbeagenturen, Webdesignern oder Unternehmensberatern vernetzt sein. Sie verkaufen nicht dieselbe Leistung, erleben aber dieselben Geschäftsfälle.
Das ist stärker als die Frage: „Wer kennt Unternehmen, die Fotos brauchen?“
Fast jeder kennt Unternehmen. Nur nicht jeder erkennt den richtigen Moment.
Hellhörig sollten Empfehlungspartner werden, wenn sie hören …
Deine Geschäftspartner brauchen konkrete Sätze, bei denen innerlich eine Lampe angeht.
Zum Beispiel:
„Mein Laptop stürzt mittlerweile jeden Tag ab.“
„Wir überlegen, in eine größere Wohnung zu ziehen.“
„Nächstes Jahr gibt es unseren Betrieb seit 30 Jahren.“
„Mein Sohn steigt jetzt in die Firma ein.“
Solche Aussagen sind Triggerstatements. Sie machen aus einer abstrakten Zielgruppe etwas Hörbares.
Dein Netzwerkpartner muss Dein Produkt nicht verkaufen können. Er muss nur erkennen, wann ein Gespräch sinnvoll wäre.
Mit welcher Frage bringt mich ein Geschäftspartner ins Gespräch?
Der letzte Schritt sollte einfach sein.
Oft reicht eine Frage wie:
„Habt ihr dafür schon jemanden?“
Oder:
„Mit wem löst ihr das aktuell?“
Dann kann der Partner anschließen:
„Da kenne ich jemanden, mit dem Du sprechen solltest.“
Damit ist die Empfehlung entstanden.
Gute Empfehlungsarbeit lässt sich auf eine einfache Kette reduzieren:
Was passiert beim Kunden? → Wer bekommt es früh mit? → Was sagt der Kunde dazu? → Welche Frage öffnet das Gespräch?
Wer diese vier Punkte kennt, macht es seinem Netzwerk deutlich leichter, im richtigen Moment an ihn zu denken.